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Folge 1425. Juni 2026· 3 Min Lesezeit

Alte Muster aufbrechen – wie Familienaufstellungen weiterbringen

Im Interview mit Birgit Sparenberg: Was eine Familienaufstellung ist, wie sie alte Muster sichtbar macht und warum gerade Frauen in der Landwirtschaft davon profitieren.

Alte Muster aufbrechen – wie Familienaufstellungen weiterbringen

In dieser Folge habe ich mir eine wundervolle Gästin eingeladen: Birgit Sparenberg, Coaching-Trainerin, Speakerin und Expertin für Aufstellungsarbeit. Gemeinsam schauen wir an, wie uns eine Familienaufstellung helfen kann, alte Muster aufzubrechen – und warum das gerade für sensible Menschen in sehr funktionalen Umfeldern so wertvoll ist.

Was ist eine Familienaufstellung?

Birgit erklärt es wunderbar bodenständig: Es ist, als könntest du dich ins Kino setzen und dir den Film deines Lebens einmal von außen anschauen. Menschen gehen dabei in Rollen – zum Beispiel für dich, deine Mutter, deinen Vater – und du selbst sitzt erst einmal im Zuschauerraum und beobachtest die Dynamik, die entsteht.

Das Faszinierende: Die Stellvertreter wissen oft gar nichts über die Beteiligten, und trotzdem bildet sich ein Energiefeld ab. Über eine sogenannte repräsentative Wahrnehmung zeigen sich in ihren Körpern und Worten plötzlich Haltungen, Gefühle, manchmal sogar Familiengeheimnisse. Nach und nach findet man die Stelle, an der alle Beteiligten wieder in ein Gleichgewicht kommen – und Gleichgewicht heißt nicht immer Harmonie.

Was sie sichtbar macht – und löst

Über die Jahre bilden wir alle Schutzmechanismen aus. Birgit spricht von „energetischen Klebeschnüren", die sich durch familiäre Dynamiken um uns wickeln. Eine Aufstellung kann solche Muster sichtbar machen und sie – oft mit überraschend viel Leichtigkeit und Humor – lösen. Wichtig ist der Rahmen: ein Raum, in dem man sich nicht bewertet, sondern sicher fühlt. Denn viele Menschen fühlen sich ausgerechnet in den eigenen familiären Dynamiken gefangen.

Das Muster hinter vielen Themen

Ein roter Faden begegnet Birgit immer wieder – gerade bei Frauen in der Landwirtschaft: das Gefühl, für alles und alle mitverantwortlich zu sein. Das Emotionsmanagement für die ganze Familie zu übernehmen, für zwei oder drei zu arbeiten, um zu zeigen, wie stark man ist. Bei einem Workshop mit 20 Frauen von Milchviehbetrieben fragte sie, wer gerade keinen inneren Konflikt habe – keine einzige Hand ging hoch. Die größte Belastung, mehrfach genannt: immer für alles mitverantwortlich zu sein.

Ihr Ansatz macht Mut: Wir können vieles in uns selbst verändern. Schon wenn du klarer wirst in dem, was du willst und wo deine Grenze ist, musst du nicht mehr um sie kämpfen. Wenn die Grenze energetisch wirklich klar ist, ist sie einfach da. Das kannst du ganz für dich tun – unabhängig davon, ob dein Gegenüber seine Themen angeht.

Wichtig: ein intensiver, eigenverantwortlicher Raum

Aufstellungsarbeit ist intensiv und wirkt oft lange nach. Birgit betont deshalb klar: Es ist kein Therapieersatz. Sie lädt ausdrücklich Menschen ein, die psychisch stabil sind, und macht Eigenverantwortung zum Prinzip – jede achtet auf sich und darf jederzeit „Stopp" sagen. Und ihr Tipp, der weit über Aufstellungen hinaus gilt: Such dir eine Person, der du wirklich vertraust und bei der sich dein Nervensystem vom Anfang bis zum Ende ruhig und sicher anfühlt.

Birgits Weg – und ihre Impulse

Birgits eigener Weg ist selbst ein Mutmacher: von der Hufschmiedin über das Agrarstudium und Jahre im Projektmanagement bis in die Selbstständigkeit als Coach. Immer geleitet von ihrer Intuition – und manchmal von ihrem Körper, der sich meldete, wenn etwas nicht stimmte. Ihre Entscheidung in die Selbstständigkeit nennt sie im Rückblick mutig, auch wenn sie sich selbst oft als vorsichtig erlebt.

Zum Abschluss ein paar ihrer Sätze, die hängenbleiben:

„Geh los für dich und warte auf niemanden. Zeig dir, dass du dich ernst nimmst – und sei respektvoll, vor allem erst einmal dir selbst gegenüber."

Und: Nicht-Wissen, statt für alles sofort eine Lösung zu haben, bringt uns oft weiter – genauso wie Akzeptanz statt Widerstand. Ihr schönster Kompass für den Alltag? Der Freude zu folgen.

Es war ein so reiches Gespräch, dass ein zweiter Teil schon angedacht ist. In meiner eigenen Arbeit nutze ich systemische Aufstellungen ebenfalls. Wenn dich das anspricht, begleite ich dich in der 1:1 Begleitung gern. Und wenn dir die Folge gefällt: abonnieren, bewerten und weiterempfehlen.

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