Diese Folge ist eine kleine Premiere: das erste Interview im Agribalance-Podcast. Und für den Anfang gibt es niemand Passenderen als meine Schwester Fenja. Aufgenommen haben wir es in Südafrika – einem Ort, mit dem wir beide eine tiefe Verbindung teilen – in unserer letzten gemeinsamen Stunde, bevor mein Flieger ging. Genau dieses Gefühl von geteilten Wurzeln zieht sich durch das ganze Gespräch.
Was Familie und Geschwister tragen
Für Fenja bedeuten Geschwister vor allem eines: gemeinsames Wachstum, Inspiration und ein Ort, an dem man auftanken und einander auf dem Lebensweg stützen kann. Familie ist für sie ein „Seelenraum" – der Ort, an dem durch die gemeinsame Kindheit unglaublich viel Prägung entsteht, die wir später reflektieren und bearbeiten dürfen. Genau darin steckt großes Potenzial zum Wachsen.
Welche Werte der Hof mitgibt
Auf die Frage, welche Werte vom Hof bis heute in ihrem Alltag stecken, kommt bei Fenja sofort: Teamwork. Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb geht es nicht allein – das lernt man früh, beim gemeinsamen Anpacken (und beim Wassereis zwischendurch, wenn ein Wagen leer war).
Dazu kommt die tiefe Naturverbundenheit. Wer mit den Jahreszeiten großwird, erlebt ganz unmittelbar: Es gibt Phasen zum Wachsen, Phasen zum Ernten – und Phasen, in denen nichts davon dran ist. Und ob eine Ernte gut oder schlecht ausfällt, hat man nur bedingt in der Hand. Diese Erfahrung lehrt etwas Wertvolles: vertrauen, statt kontrollieren zu wollen. Im Großen und Ganzen fügt es sich.
Den eigenen Weg gehen – auch gegen Erwartungen
Schon früh war für Fenja klar, dass sie den Hof nicht übernehmen würde. Und immer wieder hat sie sich gegen das entschieden, was das Umfeld als nächsten logischen Schritt erwartete – vom Master, den sie nach einem sehr erfolgreichen Bachelor nicht „weil man das so macht" anhängte, bis zu beruflichen Wendungen, die von außen niemand verstand.
Ihr Kompass war dabei oft nicht, genau zu wissen, was sie will – sondern klar zu spüren, was nicht zu ihr passt. Aus diesem Gefühl heraus hat sie ihren Weg immer wieder neu ausgerichtet, mit viel Selbstverantwortung bei jedem Schritt. Einen Satz wollte sie unbedingt teilen:
„Evolution does not require justification." – Unsere Weiterentwicklung braucht keine Rechtfertigung. Sie ist ein Gefühl von innen, dem wir folgen dürfen, ohne es im Außen erklären zu müssen.
Verletzlichkeit, die zur Stärke wird
Fenja galt lange als „die Starke" – die, die alles zusammenhält. Eine sehr schmerzhafte Lebensphase wurde für sie rückblickend zur größten Transformation: der Moment, in dem sie ihre innere Heilung zur Priorität machte und sich erlaubte, nicht mehr nur zu halten, sondern selbst gehalten zu werden.
Daraus ist eine Erkenntnis gewachsen, die sie allen mitgeben möchte, die sich gerade allein fühlen: Das Alleinsein ist eine Illusion. Es braucht den Mut, sich verletzlich zu zeigen und sich öffnen zu dürfen – und manchmal auch, sich selbst zu halten. Um uns herum sind mehr Menschen, die uns tragen wollen, als wir glauben.
Sichtbarkeit als nächster Schritt
Nach Jahren des Rückzugs und der inneren Arbeit spürt Fenja jetzt: Es ist Zeit, rauszutreten und ihre Wahrheit zu teilen. Lange hat sie gebraucht, um zu fühlen, dass sie „nicht zu viel" ist und dass ihre Tiefe in der Welt gebraucht wird. Schön daran ist ihr Hinweis, dass unsere Wahrheit – und sogar unsere Identität – sich jeden Tag verändern darf. Nichts davon ist in Stein gemeißelt.
Fenjas Impuls zum Schluss
An alle, die gerade versuchen, ihre eigenen Wurzeln mit ihren großen Träumen in Einklang zu bringen:
Glaub an dich und vertrau deinem Herzen. Selbst wenn du nur weißt, was nicht für dich ist, darfst du dich neu ausrichten – der Weg zeigt sich dir unterwegs. Folge dem Licht, das du in eine bestimmte Richtung spürst. Es wird nur größer.
Es war ein berührender erster Interview-Moment – und ein zweites Gespräch mit Fenja ist schon geplant. Wenn du an deinen eigenen Wurzeln und deinem Weg arbeiten möchtest, lernst du in der 1:1 Begleitung und im Online-Kurs „Dein inneres Feld" Wege kennen, genau das zu vertiefen. Und wenn dir die Folge gefällt: abonnieren, bewerten und gern weiterempfehlen.
